Montag, 11. März 2013

Antigua Text

Am nächsten Morgen nach unserer Ankunft endecken wir zu unserer Freude am anderen Ende der Bucht die Ostrea und nachdem wir schnell umankern, ist die Wiedersehensfreude groß. Nach dem Einklarieren in Nelsons Dockyard treffen wir uns, um unsere bisherigen Erlebnisse auszutauschen. Die Kinder baden zusammen am Strand und abends werden weitere ersehnte Biere gekippt. Nach 2 Tagen verschwinden Pieter, Sabien und die Mädels leider in eine andere Bucht, sie wollen weiter, da sie aufgrund von Batterieproblemen schon 2 Wochen in Antigua sind. Wir wollen noch nicht so schnell los, da wir doch gerade erst den Atlantik überquert haben und uns erstmal etwas eingewöhnen und umschauen wollen. Nelsons Dockyard überrascht mit einer sehr entspannten Atmosphäre im Gegensatz zu dem benachbartem Falmouth Harbour, wo all die großen Megayachten liegen und entsprechendes Volk rumläuft. Zum Glück beschränkt sich das nur auf die Marina, geht man auf die Straße hat man gleich Karibik pur: liebevoll bemalte Holzhäuser, Obstverkauf und Bruzelbuden an den Straßen und lässig entspannte Einwohner inmitten von viel Grün. So vergeht schnell eine Woche. Wir sind viel am Strand und machen bei dem jeden Sonntag stattfindenden StrandBBQ mit, wo wir viele interessante Segler kennenlernen. Am nächsten Tag gucken wir uns den Start der RORC 600 an, schon toll, selten sieht man so viele große Yachten auf einmal auf dem Wasser. Außerdem machen wir eine Busfahrt nach St. Johns, um die Insel kennenzulernen. Die Stadt ist eher hässlich und Kreuzfahrerverseucht, aber Frank erwirbt immerhin recht günstiges Angelzeugs und wir essen unser erstes Roti (Teigtasche mit allerlei drin).
Weiterhin fahren wir mit dem Mounti und Leif und Morten können mit den Jungs von der deutschen Morning Haze spielen. Leif ist jetzt endlich auch wieder besser drauf und Morten wird nicht mehr so viel geärgert. Toll ist auch, dass er sich jetzt beim Baden ins tiefe Wasser traut (mit Schwimmhilfe). Am 22.2. seglen wir an der Westküste Antiguas nach Norden und ankern in der Deep Bay. Am nächsten Morgen fahren wir in St. Johns mit Amzer Zo bis vor den Markt vor und versorgen uns mit jeder Menge frischen Obst und Gemüse für Barbuda. Jetzt sind wir wieder so gut ausgerüstet wie für eine Atlantiküberquerung, denn in Barbuda gibt es keine guten Einkaufsmöglichkeiten. Anschließend ankern wir noch über Nacht in der Dickensen Bay, um am nächsten Morgen nach Barbuda zu segeln. Zum Glück wird es ein recht entspannter Törn (keiner kotzt) und wir fangen eine Gelbschwanzstachelmakrele.

Donnerstag, 21. Februar 2013

Antigua

Nun sind wir schon eine Woche in Antigua - English Harbour. 
Morgen wollen wir etwas weiter in den Norden segeln, Proviant bunkern und dann nächste Woche nach Barbuda. 
Start der RORC 600

vor den dicken Schiffen

entlang Antigua

endlich wieder baden

Sonntag, 17. Februar 2013

Atlantiküberquerung

die Kinder spielen mit Fischresten

morgens


Abfarhrt in Mindelo (Dank an Tifricat)


Squalls morgens

größter Mahi Mahi


Der Wal

Land in Sicht! Nach 16 Tagen auf See kommt am Abend des 14.2. Antigua in Sicht. Wir sind so froh, dass wir es geschafft haben!
Der Start war denkbar perfekt: Es waren für die ersten Tage leichte Winde angesagt, so dass wir sogar noch einen Bogen nach Süden machten, um nicht in einer Flaute zu enden. So litt auch keiner von uns unter Seekrankheit, da es ruhig genug war, um uns einzuschaukeln. Am 3. Tag besuchen uns Delfine und wir fangen auch endlich die ersten Mahi Mahis - die Jungs sind begeistert. Ab jetzt wird bei den Kleinen täglich angeln gespielt und unsere Wal- und Delfinsammlung muss leiden, da die Tiere ja auch getötet werden müssen. Beliebt sind auch die fliegenden Fische, die sich nachts aufs Schiff verirren, mit denen kann man noch besser spielen (später stinkt vor allem Morten ziemlich nach Fisch). Am nächsten Tag ist die Ruhe vorbei, Squalls und Gewitter ziehen auf, d.h. viel Wind und Frank hat viel zu tun. Der Seegang ist recht chaotisch und nur mit einer gewissen Mindestgeschwindigkeit und der richtigen Richtung wird das Rollen etwas vermindert. An das rollende Schiff kann man sich zwar gewöhnen, aber es kostet viel Kraft, sich zu bewegen und nervt leider zunehmend. Frank macht den ersten Teil der Nacht Wache, ich von 12 bis 3 Uhr und Frank dann den Rest. Dafür darf er dann am Tag während Mortens Mittagsschlaf schlafen. Außerdem schafft Frank es recht gut im 20 Minuten Wachrythmus zu schlafen. Oft ist auch zu viel mit den Segeln zu tun, da kann ich nicht helfen. Wir sind aber alle tagsüber recht fit (hatte ich mir schlimmer vorgestellt) und kommen zum Lesen diverser Bücher. Leif wird aber doch zunehmend langweilig, er überlegt sich schon zum Frühstück, welche Videos er alle sehen möchte am Tag. Dafür benimmt sich Morten super, er hat richtig Seebeine bekommen, hält sich immer gut fest, es stört ihn der Lifebelt nicht mehr und er bewegt sich gut auf dem Schiff. Er spielt und liest, lernt Lego spielen und Steckpuzzles, doch oft kommt der gelangweilte Leif und ärgert ihn so lange bis alle schreien. Schade. und nervig. Nach 9 Tagen feiern wir Bergfest mit Kuchen, Bier und Popcorn. Weitere Fische beißen an, ein Wahoo und Mahi Mahis. Am nächsten Tag bemerkt Frank einen jungen Finwal, der sich eine ganze Weile unter dem Schiff versteckte und eine Wassertiefe von 20 vorgaukelte. Er begleitete uns 2 Stunden, tauchte zum Abschied einmal auf und verschwand wieder. Wahnsinn. Sogar Leif und Morten konnten ihn sehen. Am 13. Tag haben wir leider noch eine Flaute, so dass wir sogar den Motor anwerfen. Ein Tiefpunkt der Überfahrt, wo wir uns doch schon so auf das Ankommen freuen und wirklich nicht langsamer werden wollen. Frank kocht aber viele leckere Gerichte, ich habe oft keine Lust, da ich aufgrund leichter Seekrankheit keinen Appetit habe. Unser Gemüse und Obst hält sich super und vor allem Amzer Zo fährt tadelos und ohne Pannen über den Teich. Die einzigen Missgeschicke waren eine Welle, die abends Morten und die Koje geflutet hatte und ein Majonaiseglas, das sich selbst geöffnet hatte. Alle von uns sind gesund geblieben und haben die Überquerung gut überstanden. Gegen Ende fangen wir noch einen Thunfisch (und einen Mahi Mahi) und laufen die letzen Meilen mit gutem Wind und über 6 Knoten mit dem letzten Licht in die Bucht von English Harbour ein. Wir lassen den Anker zwischen 30 anderen Yachten fallen, trinken unser letztes Bier, ich nehme noch ein schnelles Bad im 27 C warmen Wasser und dann fallen wir glücklich in unsere Kojen.


Dienstag, 29. Januar 2013

Abfahrt!

Heute segeln wir los. Vor uns liegen 2100 Meilen und wir hoffen mal, dass wir schön ruhiges Wetter haben, so dass keiner seekrank wird. 
Unterwegs wird es keine Blogeinträge geben, dann bis etwa in 3 Wochen...

Sonntag, 27. Januar 2013

Mindelo - neue Pläne

Praia Grande

Salamanca und segelnder Fischer


Am 20.1. segeln wir weiter nach Sao Vicente. Leider wird es nicht so ein schöner Törn wie nach Sao Nicolao, kaum aus dem Windschatten raus, pusten uns 7 Windstärken um. Gisela wird seekrank, Morten und Leif legen sich schlafen. Am nachmittag sind wir dann in Mindelo auf Sao Vicente und gehen direkt in die Marina. Nach einem kurzem Stadtbummel und Pizzaessen gehen die Großeltern in eine Pension. Mindelo ist ein krasser Gegensatz zu dem verschnarchten Tarrafal: recht städtisch und die Gegensätze zwischen arm und reich sind deutlich erkennbar. Neben Luxusgeschäften und Pool liegt der Fischmarkt mit vielen bettelnden Leuten. Aber auch hier bewirkt die Leeseite der Insel, dass die Marina von Böen der Stärke 8 permanent angeblasen wird. Zum Glück stört das bis auf etwas rucken an den Leinen nicht sehr (so lange man auf dem Schiff bleibt). Der Wassermacher füllt unseren Wassertank auf, das Wasser aus der Leitung ist uns doch zu ungewiss in der Qualität.
Wir machen Ausflüge zu allen Stränden der Insel, leider gibt es trotz 3m Swell keine surfbaren Wellen. Wir gehen kiten am Praia Salamanca, hier ist der Ort so gut wie ausgestorben, es ist kaum möglich was zum Mittagessen zu ergattern.
 
Von anderen Seglern erfahren wir von geänderten Einreisebestimmungen für Brasilien: Eine Verlängerung des Aufenthalts von 90 auf 180 Tage ist seit Oktober 2012 nicht mehr möglich (Brasilien hat seine Gesetze an EU-Regeln angepasst). Dies ist für uns ein Schock, hatten wir doch geplant, volle 6 Monate in Brasilien zu verbringen. Unter diesen Umständen erscheint die 2-fache Durchquerung der ITZ (Zone mit schwachen Winden und Gewitterschauern zwischen NO- und SO-Passat) wenig attraktiv, und wir ändern unsere Reiseplanung: Wir segeln direkt zu den kleinen Antillen. Von dort starten wir dann zu einer "Großen Karibikrunde" im Uhrzeigersinn. Um die Perlen Barbuda und Dominica besuchen zu können, wählen wir Antigua als unser Ziel.

Jetzt haben wir noch ein paar Tage Zeit, das Schiff klar zu machen und Proviant zu kaufen. Gisela und Klaus fliegen am 24.1. über Praia nach Boavista zurück. Der Abschied fällt zwar allen schwer, aber wir wollen ja nun auch langsam mal los. 2 Monate Kapverden sind dann doch genug.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Besuch - auf nach Sao Nicolao


Nina surft Oswaldos Point




bei Sergio, Camilla und Oswaldo

Franks Point


Anfahrt auf Tarrafal

Am 8.1. sollte es eigentlich soweit sein. Klaus und Gisela kommen zu Besuch. Da stehen wir an der Landebahn und nix passiert. Etwa eine Stunde später erfahren wir, dass wegen schlechter Sicht alle Flieger nach Sal geflogen sind. So eine Enttäuschung. Noch später erfahren wir, dass sie sogar zurück zu den Kanaren geflogen sind, weil zu wenig Hotelbetten auf Sal waren. Zum Glück können sie am nächsten morgen landen. Die Freude ist groß, 32 kg Gepäck für uns: Geschenke, Ersatzteile, Brot, Tee, Literatur und Lakritz. Zur Akklimatisation bleiben wir noch 3 Tage auf Boavista, dann geht es segelnderweise nach Sao Nicolau. Zum Glück ist die Überfahrt sehr ruhig, keiner wird ernshaft seekrank und wir können in der Nacht dank sehr starkem Meeresleuchten Delfine sehen, die aber nur an ihrer leuchtenen Bahn zu erkennen sind - wie Torpedos. Am nächsten morgen ankern wir vor Tarrafal, der größte Ort dieser recht kargen Insel (bis auf den Nordosten, der ist grün). Der Ankerplatz scheint ruhig, bis wir am nachmittag von Fallböen heimgesucht werden. Die Überfahrten mit dem Kat sind daher grundsätzlich nass. Wir suchen eine Unterkunft für die beiden, Apartments gibts aber leider nicht. Wir fahren in den Ort Ribeira Brava und spielen am Strand. Alles ist recht sauber hier und die Leute sind wirklich alle sehr nett. Es gibt zum Glück auch keine afrikanischen Souvenirshops, die auf Sal und Boavista doch sehr genervt haben. Überhaupt gibt es fast gar keine Touristen. Als neuer Swell droht, macht Frank sich auf die Suche nach Sergio, der schon John zu guten Wellen verholfen hatte. Schon sind wir zum surfen verabredet und fahren am nächsten Tag zusammen mit Oswaldo zu namenlosen Spots an der Westküste. Sergio ist Brasilianer und der einzige Surfer auf der ganzen Insel und betreibt ein Surfgästehaus. Wir surfen an zwei verschiedenen Spots und haben viel Spaß, nur die Ziegen gucken zu. Am nächsten Tag fahren wir wieder alle zusammen hin, aber die Wellen sind weg.
Morten ist nun 18 Monate alt und hat auch schon wieder zugelegt. Er erkennt sich schon im Spiegel, sagt allerdings immer , Papa, Nina und diverse Tiergeräusche kommt nicht viel. Nachsprechen liegt ihm irgendwie nicht. Es zeigen sich auch schon erste Trotzanfälle, die in viel Geschrei und auf den Boden werfen enden, der eigene Willen wächst. Außerdem kann er sich Leif gegenüber gut wehren, die Zähne werden gerne genutzt. Mittlerweile ist auch auch gut zu Fuß und kann schon gut bei uns mithalten. Die Karre brauchen wir nicht mehr, da gibts immer nur Geschrei, beide wollen drin sitzen oder keiner.

Freitag, 18. Januar 2013

Leifs 4. Geburtstag

noch mehr Fische






Leif wird 4! Wahnsinn, so alt ist der Kleine schon. Aber im Vergleich zu Morten doch schon ziemlich groß. Leif darf sich über viele Geschenke freuen, Kuchen essen, wir gehen in unsere Lieblingssnackbar und essen Catchupa, gehen an den Strand. Am nächsten Tag gibts noch Pfannkuchentorte und wir wagen uns tatsächlich mal aus Sal Rei raus und besuchen den recht ausgestorbenen Ort Rabil und die Ziegelei am Strand. Leif darf hinten auf dem Pickup fahren, zu Hause undenkbar.
Leif ist das halbe Jahr auf dem Schiff, wie schon vorher gedacht recht pflegeleicht, versessen nach Süßigkeiten und Videobespaßung, ärgert leider Morten viel zu oft, anstatt mit ihm zu spielen, ist dafür aber den Rest der Zeit meist gut drauf, spielt die ganze Zeit mit was auch immer ihm in die Finger kommt, fragt ständig warum, mag bekannte Orte lieber als unbekannte, badet inzwischen gerne, wenn auch nicht im tiefen Wasser, spielt mit der einheimischen Kinderscharr beeindruckend gut (Mädchen wie Jungs bekommen gerne mal Küsschen oder werden gekitzelt), liebt Fisch, Bücherlesen und Spiele spielen. Ich bin schon sehr gespannt, wie er zu Hause in der Kita sich zurechtfindet...